Herr Prof. Forstmeier ist Lehrstuhlinhaber der Professur für Entwicklungspsychologie der Universität Siegen und Co-Sprecher des Gerontologie-Netzwerks Siegen. In unserer postgradualen Fortbildungsreihe ‚Klinische Gerontopsychotherapie‘ gestaltet der das Modul zu ‚Depression, Suizidalität und spezielle Formen der Psychotherapie im Alter‘.

KGP: Bereits seit vielen Jahren sind Sie in der Gerontopsychologie eine feste Größe und forschen im Bereich der Alterspsychotherapie. Woher kam das Interesse für diesen häufig außen vor gelassenen Bereich der Psychologie?

Prof. Forstmeier: Nach dem Studium der Psychologie habe ich einige Jahre in einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik gearbeitet. Dort habe ich schon gemerkt, dass es mir leichtfällt und Spaß macht, mit älteren Menschen in Beziehung zu treten. Die Patienten sind oft dankbarer gewesen als jüngere. Dann habe ich eine Stelle an der Universität Zürich in der Abteilung von Andreas Maercker angenommen, seitdem beschäftigte ich mich auch in der Forschung hauptsächlich mit älteren Menschen. Mein Interesse an der Alterspsychotherapie entwickelte sich also aus einer Kombination aus persönlichen positiven Erfahrungen mit älteren Menschen und beruflichen Weichenstellungen.

KGP: Sie sind außerdem maßgeblich an der Weiterentwicklung und Etablierung der Gerontopsychologie beteiligt. Nicht nur im Gerontologie-Netzwerk Siegen sind Sie aktiv, sondern auch in der neu gegründeten Interessengruppe ‚Klinische Gerontopsychologie und Psychotherapie im höheren Lebensalter‘ der DGPs. Welche Ziele verfolgt diese Interessengruppe?

Prof. Forstmeier: Weil es gar nicht so viele Personen in der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der DGPs sind, die sich mit älteren Menschen beschäftigen, wollten wir ein Forum schaffen, in dem sich diese Personen besser vernetzen und auch andere KollegInnen neu für diese Thematik begeistern können. Konkret planen wir regelmäßig wissenschaftliche Symposien auf Kongressen, arbeiten enger als vorher in gemeinsamen Projekten zusammen und haben für KollegInnen Ressourcen zusammengestellt, die bei der Behandlung von älteren Menschen helfen können. Wenn mehr KollegInnen auch ältere PatientInnen gerne behandeln möchten, haben wir ein wichtiges Ziel erreicht.

KGP: Bereits 2016 haben Sie die Verstetigung unseres Angebotes zur postgradualen Fortbildung unterstützt. Was hat Sie schließlich motiviert, selbst direkt an der Fortbildung an der TUCed mitzuwirken? Was erhoffen Sie sich für die Teilnehmer und vielleicht auch für sich selbst?

Prof. Forstmeier: Die Fortbildung der TUCed ist einzigartig in Deutschland in dem Sinne, dass sie ganz ausführlich die Thematik der Gerontopsychologie und Alterspsychotherapie vermittelt und nicht nur an einem Seminartag, wie in vielen Ausbildungsinstituten im deutschsprachigen Raum. Es ist großartig, dabei mitwirken zu können. Innerhalb des Moduls zu Depression und Suizidalität werde ich unter anderem die Lebensrückblickinterventionen vermitteln, die zu den wenigen Interventionen gehören, die speziell für ältere Patienten entwickelt wurden. Ich erhoffe mir, dass die TeilnehmerInnen einige neue Konzepte und Interventionen lernen, die sie unmittelbar in ihrer praktischen Tätigkeit umsetzen können.

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

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